Klassischer Pool vs. Naturpool und Schwimmteich

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Ist kein Meer oder ein See in der Nähe, sind besonders in den Sommermonaten Pool und Schwimmteich gefragt. Für viele sind sie wichtiges Auswahlkriterium, wenn es um die Wahl des Urlaubsortes geht.

Das Planschen im kühlen Nass eines klassischen Pools ist von Chlor begleitet. Es kann Haut und Augen reizen und Allergien auslösen. Für die Natur ist diese chemische Verbindung schädlich, vor allem dann, wenn das Chlorwasser unbedacht und nicht vorschriftsmäßig entsorgt wird. Ökologisch und umweltfreundlich sind hingegen Schwimmteiche und Naturpools. Dank des Verzichts auf herkömmliche Schwimmbadchemie versprechen sie bestes Badevergnügen.

Der klassische Pool
Wer einen klassischen Pool betreibt, wird vom Infektionsschutzgesetz in die Pflicht genommen. Betreiber eines öffentlichen Bades haben dafür zu sorgen, dass Gäste durch die Benutzung nicht erkranken. Herkömmliche Pools müssen gechlort werden, um das Badewasser zu desinfizieren und Keime abzutöten. Waren Pools früher noch etwas Besonderes, stehen sie heute auch in immer mehr Privatgärten. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) ist Poolwasser aber eine ernst zu nehmende Gefahr für das Grundwasser und für Bodenlebewesen. Verantwortlich dafür sind Chemikalien, die für die Steuerung des pH-Levels verwendet werden, Flockungsmittel, Desinfektionsmittel und andere Biozide. All das sollte nicht in die Umwelt gelangen. Nicht selten jedoch wird die Entsorgung des Poolwassers am Ende des Sommers falsch gehandhabt. Da die Ableitung in das lokale Abwassersystem häufig aufgrund der starken Belastung des gechlorten Poolwassers nicht gestattet ist, landet es nicht selten im Rasen neben dem Pool.

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Wussten Sie?
Chlor an sich ist geruchlos. Geht es aber eine Verbindung mit anderen stickstoffhaltigen Substanzen wie zum Beispiel Harnstoff ein, entsteht Trichloramin und damit der typische Schwimmbadgeruch. Nimmt man ihn bereits am Eingang deutlich wahr, stimmt etwas nicht und man kann davon ausgehen, dass zu viel Urin im Wasser enthalten ist. Es kommt also auf die richtige Chlordosierung an, die aber von mehreren Faktoren abhängig ist: von der Wasserqualität, der Anzahl an Schwimmern, von der Leistungsfähigkeit der Aufbereitungsanlage und von der UV-Strahlung, die Chlor leichter abbaut.

Harnstoff kommt nicht nur mit dem Pipi von Kleinkindern oder jenen, die zu faul sind, eine Toilette aufzusuchen, ins Wasser. Jede gesunde Blase verliert ein paar Tropfen und auch unsere Körperoberfläche sondert Harnstoff ab. Er ist ein Hautbestandteil und wird beim Schwimmen ausgewaschen.

„Vor Benutzung eines klassischen Pools, eines Schwimmteiches oder eines Naturpools sollte stets vorab geduscht werden, um unnötige Verunreinigung zu vermeiden.“

Der Schwimmteich
Schwimm- und Kleinbadeteiche gewinnen immer mehr an Bedeutung, denn sie verzichten auf die herkömmliche Schwimmbadchemie, also auf Chlor. Meist sind es künstlich angelegte Stillgewässer, häufig Folienteiche, die sich besonders gut zum Schwimmen und Baden eignen. Ihr Wasser wird biologisch gereinigt, vor allem durch Plankton. Bei der Planung ist darauf zu achten, dass die Größe der Reinigungszone mindestens der Fläche der Schwimmzone entspricht. Am besten sollten auch getrennte Kleinkinderbecken gebaut werden, die keine Verbindung zum Schwimmbereich haben, denn diese Becken sind sehr flach und die Nährstoffbelastung durch Kleinkinder hoch. Auch sollte der Teich eine Tiefe von circa 2,5 Metern haben, um ständigen Bodenkontakt beim Schwimmen zu verhindern. Sein klares und sauberes Wasser verdankt er den Pflanzen und dem damit verbundenen permanenten Nährstoffkreislauf. Ein lebendiges Ökosystem, das ganz ohne Technik auskommt und zudem Lebensraum für Tiere und Pflanzen schafft.

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Wussten Sie?
Die Substrate, die zur Reinigung des Schwimmteichwassers nötig sind, haben ein außerordentlich komplexes System, das aus physikalischen, chemischen und biologischen Vorgängen besteht. Nur bei einem optimalen Zusammenspiel von Pflanzen, Boden und Teichwasser kann eine hohe Reinigungsleistung erwartet werden.

Die Bepflanzung eines Schwimmteiches ist, wie manchmal irrtümlich angenommen, nicht alleine für das saubere Wasser verantwortlich. Es sind die Mikroorganismen, Bakterien, Pilze und Co., die für die Reinigung maßgeblich verantwortlich sind. Die Pflanzen unterstützen diesen Vorgang, liefern den Bakterien Sauerstoff und nehmen Nährstoffe wie zum Beispiel Nitrate auf, die von den Mikroorganismen nicht beseitigt wurden.

Kleinere Schwimmteiche brauchen meist keine Genehmigung. In sensiblen Bereichen wie in Naturschutzgebieten ist es aber ratsam, bei den zuständigen Behörden nachzufragen. Bei großen Teichen ist in den meisten Bundesländern eine Genehmigung erforderlich.

„Der Mensch verliert individuell täglich zwischen 20 und 200 Haare. Es wird Zeit für die Wiederentdeckung der Badekappe.“

Der Naturpool
Neben klassischen Pools und Schwimmteichen sind auch die sogenannten Naturpools (Biopools) immer mehr gefragt. Im Gegensatz zu einem Schwimmteich kann der Naturpool, wenn man das möchte, auf eine bepflanzte Filterzone verzichten. Die organischen Stoffe werden hier nicht von im Wasser enthaltenen Mikroorganismen und Teichpflanzen verwertet, sondern mithilfe spezieller Filter aus dem Wasser gesiebt. Diese Pools sind im Prinzip Fließgewässer. Mehrmals täglich wird der gesamte Inhalt mit Hilfe einer Pumpe durch eine Filterfläche gedrückt. Solange die Pumpe läuft, übernehmen Mikroorganismen dann die Reinigung. Diese modernen Naturpools erinnern äußerlich an herkömmliche Schwimmbecken, können somit optisch nicht an die Natürlichkeit von Schwimmteichen anknüpfen. Ihre Wasseraufbereitung ist jedoch auch ganz natürlich und die Reinigung unter den Aspekten ökologischer und ökonomischer Grundlagen aufgebaut.

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Wussten Sie?
Ein Naturpool kommt bereits mit weniger als 50 Quadratmetern Fläche aus.

Der Neubau eines Naturpools ist rund zehn Prozent teurer als der eines klassischen Schwimmbeckens. Die Betriebskosten sind aber niedriger.

Ein Naturpool sollte windgeschützt sein und in der größten Mittagshitze zwischen 11 und 14 Uhr möglichst im Halbschatten liegen. Gibt es zu viele Bäume und Sträucher in der Nähe, gelangen mit dem Laub viele Nährstoffe ins Wasser, was die Wasserqualität beeinträchtigt und die Algenbildung begünstigt.

Es lässt sich nicht vermeiden, dass sich winzig kleine Mikroorganismen am Boden und an den Wänden festsetzen, es entsteht ein sogenannter Biofilm. Diese Organismen, dazu gehören auch Mikroalgen, sind gesundheitlich unbedenklich. Allerdings sollte man sie täglich mit Hilfe eines Poolroboters entfernen.

“Die Umrüstung eines bestehenden klassischen Pools auf einen Naturpool ist relativ unkompliziert, da das Becken bestehen bleiben kann.’

Quellen: ECOCAMPING, Dt. Gesellschaft für naturnahe Badegewässer e. V., Teichmeister, Wikipedia