So geht Erfrischung: Granita für den Gast

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Dieser sizilianischen eiskalten Versuchung kann kaum einer widerstehen. Wer sie an heißen Sommertagen probiert hat, wird sie einfach lieben. Ihr Name? Granita. Der Begriff leitet sich vom Lateinischen ab: Granum bedeutet Korn und beschreibt die körnige, kristallene Substanz dieses eisigen Vergnügens. Auch wenn sie oftmals mit einem Sorbet verglichen wird, ist sie keines. Die Granita enthält im Gegensatz zum Sorbet keine Luft mehr in der Masse, was der Grund für die herrliche Textur der Süßspeise ist.

Die Geschichte der Granita

Es waren die Araber, die von 831 bis 1091 auf Sizilien herrschten und die Granita wohl erfunden haben. Man sagt, dass sie den Schnee, den sie auf den Bergen um den Ätna gefunden haben, zur Herstellung einer kalten Leckerei verwendeten. Er wurde im Winter gesammelt und über den Sommer – vermutlich in gepresster Form – in Höhlen aufbewahrt, um ihn am Schmelzen zu hindern. Wenn die Tage heiß wurden, kratzten sie die Blöcke ab und verfeinerten das Eis mit Fruchtsaft oder geriebenen Blüten. Fertig war die Granita, die damals noch Rattata hieß und erst im 20. Jahrhundert ihren jetzigen Namen bekam. Noch heute ist sie auf Sizilien, besonders in den Sommermonaten, eine echte Königin auf der Insel und nach wie vor – man staune! – ein beliebtes Frühstück. Bevor der Hefeteig erfunden wurde, aß man sie mit einer Art Knäckebrot, heute wird sie mit Brioche oder Gebäck angeboten. In Deutschland kommt sie in einem Glas mit Löffel auf den Tisch.

Ein Wassereis zum Verlieben

Die Granita erinnert an Slush-Eis, ist sie letztendlich auch. Wie wir finden, ist sie aber sehr viel leckerer, denn sie besteht rein aus natürlichen Zutaten, wird ohne jegliche Zusätze hergestellt und ist nicht in Plastikbehältern beheimatet. Die Geschmacksrichtungen der Granita variieren, wie bei jedem anderen Eis auch, in allen erdenklichen Möglichkeiten. In Sizilien zum Beispiel hat jede Region ihre ganz bestimmten Vorlieben. In der Gegend um Catania bevorzugt man Pistazie und Mandel. Das hat einen einfachen Grund, denn das bekannte Mandel- und Pistazienanbaugebiet Bronte liegt ganz in der Nähe. In Syrakusa liebt man die Kaffeebeimischung, in Trapani und Umgebung die Maulbeere. Die gängigste Variante jedoch, die Granita al Limone, findet ihre Liebhaber auf der ganzen Insel. Sie besteht aus Zuckersirup und viel frisch gepresstem Zitronensaft. Der Fantasie sind aber keine Grenzen gesetzt. Man kann fast jede Obst- und Beerensorte verwenden. Wie wäre es mit Melone, Pfirsich, Erdbeere, Himbeere oder Mango?

Herstellung

Um die unverwechselbare Konsistenz der Granita zu erhalten, ist regelmäßiges Rühren und Zerdrücken mit einer Gabel (ca. alle 20 bis 30 Minuten) wichtig. Dabei ist es von Vorteil, wenn man die Masse in ein eher flacheres Gefäß füllt, um den Gefrierprozess zu verkürzen. Hat man dafür keine Zeit, gibt es einen einfachen Trick. Fügt man der Masse etwas Natron* hinzu, gelingen die Kreationen ganz von selber. Man muss lediglich, wenn man die gefrorene Granita aus dem Gefrierschrank holt, diese einmal mit einer Gabel umrühren und auflockern.

· Die nachfolgenden Mengenangaben dienen als Vorlage für das Mischverhältnis.

· Unbedingt Biofrüchte verwenden!

· Die Zuckermenge kann je nach Geschmack und Fruchtsorte variiert werden.

· Das Wasser sollte immer abgekocht werden, um Verunreinigungen zu vermeiden.

Der Klassiker: Granita al Limone

Zutaten:

500 ml Wasser

300 g Zucker (je nach Geschmack und gewünschtem Süße- und Säuregrad)

250 ml Saft von Biozitronen (je nach Größe 7 bis 10 Stück)

Schale einer Zitrone

Minzblätter zum Garnieren

1 EL Natron* (wahlweise, wenn der Rührprozess verkürzt werden soll)

* Natron verzögert beim Gefrierprozess das Absetzen von Feuchtigkeit und die Bildung von Eiskristallen.

Zubereitung:

Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Zucker hinzufügen, circa 10 Minuten auf mittlerer Hitze köcheln lassen, bis sich der Zucker vollständig im Wasser aufgelöst hat. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Eine Zitrone waschen und die Schale fein abreiben. Die restlichen Zitronen auspressen, bis 250 ml Saft entstanden sind. Den Saft durch ein Sieb gießen, um das Fruchtfleisch abzufangen, dann zusammen mit dem Schalenabrieb in ein flaches Gefäß oder auch in eine Dose mit Deckel geben. Ins Gefrierfach stellen und nach circa 1 Stunde mit einer Gabel gut durchrühren. Diesen Vorgang in einem Zeitraum von circa 3 Stunden alle 30 Minuten wiederholen. Fertig ist die Granita.

Wassermelonen-Granita (einfachbacken.de)

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Zutaten:

1 kg Wassermelone

1 Biozitrone

50 ml Wasser

½ Bund Minze

Zubereitung:

Wassermelone in Scheiben schneiden, Kerne entfernen und das Fruchtfleisch von der Schale lösen. Zwei bis drei Scheiben zum Garnieren beiseite legen. Restliche Melone in grobe Stücke schneiden. Circa 1 TL Zitronenschale abreiben und zugeben. Zitrone auspressen und ebenfalls zugeben. 50 ml Wasser und Zucker zur Melone hinzufügen und alles pürieren. Minze sehr fein hacken und unterrühren. Püree in eine flache Schüssel füllen und 3 Stunden in den Gefrierschrank stellen, dabei alle 30 Minuten mit einer Gabel durchrühren, bis eine feine Konsistenz erreicht ist. Erst kurz vor dem Servieren aus dem Gefrierschrank holen und in Gläser füllen. Mit einem Minzblatt garnieren.

Beeren-Granita

Zutaten:

350 g frische Beeren (je nach Geschmack)
80 g Zucker (unbedingt abschmecken, je nach Art der Frucht braucht man mehr oder weniger Zucker)
300 ml Wasser
Saft einer halben Biozitrone

Zubereitung:

Wie bei der Granita al Limone. Auch hier kann die Beerenmasse durch ein Sieb gedrückt werden, wenn man keine Kernchen in der Granita haben möchte.

Der Turbo-Trick

Man nehme Fruchtsaft, zwei Zippbeutel*, Eiswürfel, Salz und in fünf Minuten ist die leckere Fruchtsaft-Granita fertig.

Youtube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=mmrAZ0Wx8nQ

*Zippbeutel sind aus Plastik und sollten mehrfach verwendet werden!

Lassen Sie es sich schmecken! Der nächste Sommer kommt bestimmt.